Intraaktion (Allgemein)

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Savoir vivre IV: Intraaktion (installation / theater / lecture)

Deine Gespenster/ Du/ Das Gras/ Die Steine/ Terrapolis/ Der Hase auf dem Feld: Der Raum fürs Tätigsein wird größer, da er nicht allein auf das Menschliche und diese Welt beschränkt ist. Wir bewegen uns in/zwischen menschlichen, nicht-menschlichen, cyborgartigen und anderen Formen.

Zwischen Januar und Mai 2015 untersuchten 15 Menschen in intradisziplinären, skizzenhaften Untersuchungen den Einfluss der Programmierindustrie und des Marketings auf den Prozess der Individualisierung und Bildung unseres Selbst. In drei Arbeitsphasen kamen Idealisten aus unterschiedlichen Bereichen zusammen und versuchten ein alternatives Kommunikationssystem zu finden und zu praktizieren – es ging darum, sich ganz wirklich (wirklich !) zu interessieren füreinander und für die Technolgien, die uns prägen. Wir versuchten die Spannweite der Disziplinen auszuloten und die jeweils unterschiedlichen Bedürfnisse ernst zu nehmen und mit allen Konsequenzen in ein ästhetisches Verhältnis zueinander zu setzen. Denn diese Reihe bildet den Anfang für eine lang angelegte Auseinandersetzung mit Existenzweisen der Zukunft und sucht aus der ästhetischen Praxis heraus nach dafür angemessenen Produktionsformen.

Bisherige Versuche waren:

Savoir vivre I: Action in Perception – Auf der Grundlage von Alva Noës Geistesphilosophie näherten wir uns den Bereichen und Begriffen der Kognition, welche unseren Individuierungsprozess bestimmen. // featuring: Tanz und Sound

Savoir vivre II: Hauntology – Der Kulturtheoretiker Mark Fisher wendet Derridas Hauntology-Begriff auf die Pop- und Medienkultur unserer Zeit an und bot uns mit seinen Texten einen Rahmen, um nach dem Verhältnis von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu fragen, und danach, wie sich dieses Verhältnis ändert, wenn Zeitobjekte durch technologische Apparaturen bearbeitet werden. // featuring: Text und Video

Savoir vivre III: Experimental Geography – Arjun Appadurais Begriffe der Ethno-,Techno-,Finance-, Media- und Ideoscapes als Verflüssigung von stabilen Gebilden, welche auf Karten lokalisiert werden können, waren der Ausgangspunkt für das Ausloten eines erweiterten Geographiebegriffs // featuring: Materialspiel und googlemaps

Im aktuellen, vierten Teil der Reihe werden vorraussichtlich alle Akteure der bisherigen Versuche anwesend sein, Elemente und Handlungsweisen aus I-III miteinander in Korrespondenz treten lassen und Erfahrungen austauschen und kombinieren. Anstoß hierfür ist Karen Barads Gedanke eines unumgehbaren, aber absolut produktiven Tätigseins – nicht in Interaktion – sondern im “In der Welt sein” – in Intraaktion. Determinismen und Kausalitäten geraten so ins Wanken und müssen stetig neu miteinander verhandelt werden.

von und mit: Lisann van Aken (Tänzerin), Lars Ulrich (Mediaartist), Alexander Hof (Philosoph & Programmierer), Frederik Worms (Politikwissenschaftler), Mirjam Wulff (Theologin), Katrin Klietsch (Kunsthistorikerin & Galeristin “cu – contemporary urban”), Katharina Halus (Puppenspielerin), Valerie Gasse (Kostüm- und Bühnenbildnerin), Elias Oltmanns (Programmierer), Christian Römer (Kulturnetzwerker), Caspar Schleicher (Dokumentarfilmer, Filmarche Berlin), Jonas Keller (Medientheoretiker & Photograph), Malin Nagel (Dramaturgin), Daniel Hengst (Mediaartist)

Bring dein Handy mit!

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