Hamlet (Allgemein)

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Wie oft William Shakespeares Tragödie HAMLET seit ihrer Entstehung um 1601 auf den Bühnen dieser Welt aufgeführt wurde, vermag niemand genau zu sagen. Eins aber ist sicher: Es gab in den vergangenen rund 400 Jahren Millionen von Zuschauern, die die Geschehnisse hinter den Mauern von Helsingör immer wieder neu mit offenen Herzen und Hirnen erleben wollten. Und wenn – was selten genug vorkommt – ein Theatertext die Menschen vieler Länder dermaßen konstant fasziniert, so ist oft einer der Gründe dafür, dass die Dialoge, Figuren und Fragen des Dramas Kompositionen ermöglichen, die – unabhängig von Ort und Zeit – unsere Synapsen zum Schwingen bringen. Unsere Gegenwart.

Ein Mikrokosmos, in dem das Theater der Welt stattfindet. Ein Schauplatz in Nahaufnahmen, ein Ort des Gesehen-Werdens: Schloss Helsingör, Dänemark. Hinter den Mauern der Macht ermordet Claudius seinen Bruder, den König von Dänemark, heiratet dessen Frau und reißt den Thron an sich. Dann sind da noch Claudius’ Staatsrat Polonius (mit dem Auftrag, die Augen und Ohren überall zu haben), dessen Kinder Laertes und Ophelia … und die Schauspieler. Von außen drohen Feinde, innen verfaulen Ethik und Moral – verfault ein Land. Auf allem, aus dem eine echte Revolution erwachsen könnte, liegt ein Mehltau. Hamlet, Sohn des Ermordeten, ringt mit Wahrheit und Wahnsinn. Und er ist nicht der Einzige, der bald erkennen muss, dass man in der eigenen Heimat zum Fremden werden und in der eigenen Zeit verloren gehen kann.

William Shakespeare (1564 – 1616) zeichnet in HAMLET eine Welt am Abgrund. Shakespeares wohl berühmteste Tragödie lauscht seit Stückentstehung gleich einem Seismographen in die Erschütterungen der Jetztzeit. Inspiriert zur Suche nach der Architektur unserer Welt – nach dem, was die Menschen zusammenhält, nach dem Ich in einer Zeit aus den Fugen, nach Verlorengegangenem und Verlorengegangenen.

HAMLET nach Shakespeare am Schauspiel Dortmund lädt ein zu einem Blick durch die Jahrhunderte, direkt in die zunehmend technisierte Welt unserer eigenen Gegenwart – auf das, was heutzutage fasziniert und überfordert, verängstigt und anspornt, verwirrt und verblüfft. Europa, 2014/15: Was ist der Mensch?
Im Spannungsfeld von digitaler Informationsüberflutung und Kameraüberwachung, von Daten als Rohstoff und Mittel politischer Herrschaft, von Macht und Ohnmacht, dem Sein oder Nicht-Sein in der globalen Welt und des Ichs zwischen Virtualität und Realität: Was genau ist das, was alles und jeden zu verzehren droht? Wer sind heute die Mächtigen? Was sind die Krankheiten unserer eigenen Zeit? Wo anfangen, sie zu bekämpfen? Und – wie?

Diskutieren Sie mit uns in den Sozialen Netzwerken unter #hamletDo. Das Programmheft 3.0 zu Hamlet finden Sie auf dem Blog des Schauspiel Dortmund.

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